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Modellfabrik Papier erarbeitet Roadmap und sieht Startschuss für Forschung noch 2021

23.03.2021 − 

Das Leuchtturmprojekt Modellfabrik Papier will den Beweis antreten, dass die energieintensive Papierindustrie das Thema Nachhaltigkeit aktiv angeht. Zwar haben insbesondere politische Prozesse hier eine treibende Wirkung. Immerhin verlangt der European Green Deal die Klimaneutralität auch der Papierproduktion bis 2050.

Vor diesem Hintergrund bedarf es umfangreicher und disruptiver Forschung, soll nicht die wirtschaftlich sinnvolle Papierfertigung in Deutschland oder Europa infrage stehen. Dennoch erscheint es als ureigenes Ziel der Branche, die Fertigungsprozesse weiter zu entwickeln, um das Maß an Nachhaltigkeit zu steigern und gleichzeitig bessere Produkte zu ermöglichen. So will die Papierindustrie einen Lösungsbeitrag für die klimaneutrale Produktion in Deutschland und Europa leisten. Details zum Status quo der Modellfabrik Papier und zu den Fortschritten in der Planung berichten Hartmut Sindel, Essity, und Gerhard Hochstein, Schoeller Technocell, im Gespräch mit EUWID.

Verhandlungen mit neuen Partnern

Angesichts des ambitionierten Ziels, bis 2050 eine klimaneutrale Produktion sicherzustellen, will die Modellfabrik Papier in einem gemeinschaftlichen Forschungsprojekt nicht nur den Status quo der Technik und deren Potenzial eruieren, sondern auch bisher gesetzte Grenzen überwinden. Dafür verfolgen die Akteure einen „open innovation“ Ansatz, der weit mehr auf Kooperation setzt, als bislang in der Papierindustrie praktiziert. Dabei wird das Projekt von bislang 15 in Deutschland ansässigen Gesellschaften sowie acht Institutionen getragen. Die Mitglieder bringen sich intensiv ein und stellen ihr Know-how zur Verfügung. Gerhard Hochstein, CTO / Executive Vice President Schoeller Technocell GmbH & Co. KG, Osnabrück, unterstreicht, dass die Modellfabrik Papier offen für neue Partner ist. Es gelte, das Projekt nicht zuletzt europäischer zu gestalten. Vor diesem Hintergrund finden derzeit Gespräche mit weiteren Interessenten aus der Branche statt.

Modellfabrik mit Doppelspitze in der Geschäftsführung

Im Rahmen der ersten Gesellschafterversammlung Mitte März 2021 erklärte der neue Geschäftsführer der Modellfabrik Papier Peter Bekaert: „Ich freue mich besonders, diese spannende und herausfordernde Aufgabe mit einem klaren Ziel und einer klaren Vision antreten zu dürfen. Das Konzept dieses Projekts hat mich auf Anhieb begeistert.“ So gelte es, die Brücke zwischen Forschung und Industrie, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung zu schlagen.

Bekaert wird sein Amt zum 1. Juni 2021 antreten. Er wird damit ab Juni gemeinsam mit Hartmut Sindel eine Doppelspitze bilden. Sindel wirkt derzeit als Interimsgeschäftsführer des Gemeinschaftsprojekts neben seiner Tätigkeit als Vice President Technology Process Breakthrough Global Manufacturing bei der Essity Operations Mannheim GmhH.

Mit vier Arbeitsgruppen Ziele abgesteckt

Die Modellfabrik Papier will in der ergebnisoffen zu erarbeitenden Roadmap konkrete Forschungsschwerpunkte identifiziert, deren Inhalte die Optimierung bzw. Neuausrichtung der Papierproduktion versprechen. Dabei gelten die vier Bereiche Rohstoffe, Prozesse und Verfahren, Digitalisierung sowie das Themenfeld Energie & Gesamtsystem als Grundpfeiler.

Vorwettbewerbliches Engagement der Gründungsmitglieder

Die Modellfabrik Papier stützt sich auf das vorwettbewerbliche Engagement der Gründungsmitglieder ABB, Bellmer, Essity, Felix Schoeller, Koehler Paper, Mitsubishi Paper, Niederauer Mühle, Omya, PK Varel, Sappi, Schoellershammer, Schönfelder Papierfabrik, Voith, Weig Karton und Wepa.

Das Projekt wird unterstützt von den Partnern TU Darmstadt, TU Dresden, PTS, Forschungszentrum Jülich, RWTH Aachen, FH Aachen, VDP und WIN.DN.

Zuvor erschienen zu diesem Thema u.a. die Artikel: 

Investition in Modellfabrik Papier: Was für die Standortwahl Düren spricht

Papierstadt Düren unterstützt Modellfabrik Papier

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