Frankreich: Preise im Kartonmarkt halten sich im Juni stabil

Marktbericht für Karton/Faltschachtel

Der Kartonmarkt in Frankreich blieb im Juni unverändert schwach. Die Zuversicht unter Herstellern von Recyclingkarton, was eine erneute Erhöhung der eigenen Verkaufspreise angeht, hat abgenommen und auch Frischfaserkartonproduzenten glauben nicht an baldige Aufschläge. In der französischen Papierindustrie zeigt sich damit für diesen Monat eine Phase der Preisstabilität sowohl für GD II als auch für GC II.

GD-Hersteller haben erst kürzlich eine Preisrunde beendet. Im März oder April setzten sie Aufschläge bei ihren Kunden durch. Dieser Schritt war aufgrund der Kostensituation und insbesondere nach dem heftigen Anstieg der Altpapierpreise im März und April aus Herstellersicht dringend notwendig geworden.

Da der Aufschlag oftmals als nicht ausreichend angesehen wurde, spielten mehrere Anbieter bereits bald darauf mit dem Gedanken weiterer Schritte. Doch während im Mai noch mehrere GD-Kartonhersteller in Erwägung gezogen oder zumindest nicht ausgeschlossen hatten, eine zweite Preiserhöhung für Lieferungen im Juli oder später anzukündigen, hatten sich die meisten dieser Pläne im Juni wieder verflüchtigt. Nur vereinzelte kleinere Anbieter verlangten Marktteilnehmern zufolge von ihren Kunden ab Juli nochmals mehr.

Von manchen Marktexperten wird dies als Zeichen an den Markt gedeutet, um eventuelle Forderungen nach Preissenkungen zu verhindern. Andere Anbieter sagten, es gebe im Moment keinen Raum für weitere Preiserhöhungen.

Zu dieser Stimmung beigetragen hat auch die Tatsache, dass die Preise für Altpapier nach einer kurzen Phase der Stabilität wieder zu sinken begonnen haben und weitere Abschläge für Juli erwartet werden.

Darüber hinaus, so die EUWID-Gesprächspartner, unterstützt die Nachfrage ein solches Vorhaben nicht. Die Nachfrage nach Recyclingkarton wurde im Juni als relativ stabil, aber weiterhin als schwach oder bestenfalls als "in Ordnung" beschrieben. "Sie ist nicht toll, aber auch nicht katastrophal", fasste ein Gesprächspartner zusammen.

Papierindustrie blickt beim Frischfaserkarton in ungewisse Monate

Eine ähnliche Situation herrschte auf dem Markt für Frischfaserkarton vor. Auch hier sahen die befragten Marktteilnehmer keine Nachfrageimpulse, sondern eher Stagnation. Mancher sprach von einer etwas besseren Situation als beim Recyclingkarton oder einer leichten Verbesserung nach einem schwachen Mai, in dem es viele Feiertage gab. Doch von einer Erholung wurde im Allgemeinen nicht gesprochen.

Nach den Preiserhöhungen im Recyclingkartonbereich hatten manche Anbieter von GC-Karton anfangs gehofft, diese Stimmung im Laufe der folgenden Monate auf ihr Marktsegment übertragen zu können. Preiserhöhungsankündigungen waren nicht geplant, wurden aber auch nicht ausgeschlossen.

Im Juni war jedoch keine Rede mehr von potentiellen Aufschlägen für GC. Im Gegenteil: Vereinzelt stellten Anbieter Abwärtsdruck auf die Preise fest, was aber nicht alle bestätigten. In der Regel erwarteten die befragten Marktteilnehmer für Juli und auch für das kommende Quartal stabile Preise für GC II.

Insider verwiesen auf die recht schwache Nachfrage auch im GC-Bereich sowie auf die Zellstoffpreise, die sich zurzeit abschwächten. Einige Unsicherheitsfaktoren erschweren zudem das Geschäft und die Planbarkeit am Frischfaserkartonmarkt zusätzlich.

So bleibt abzuwarten, wie sich der Zollkonflikt zwischen den USA und der EU entwickeln wird. Sollte GC-Karton aus den nordischen Ländern nicht mehr in die USA exportiert werden, würde das voraussichtlich mehr Angebot für den europäischen Markt bedeuten, wie Marktteilnehmer erklären. Auch der Start der neuen Maschine von Stora Enso in Oulu sorgt hier und da für Unsicherheit.

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