Hülsenkartonhersteller in Italien treffen Vorbereitungen für Preiserhöhungen ab April

Erstes Quartal verläuft ruhig und zeigt stabile Preise

Das erste Quartal auf dem italienischen Markt für Hülsenkarton verlief zunächst ruhig mit stabilen Preisen. Der Beginn des Irankriegs und die darauffolgende Aufwärtsbewegung bei den Energiepreisen hat jedoch Bewegung in den Markt gebracht. Auf die Hülsenkartonpreise im März hat dies meist noch keine Auswirkungen gehabt. Sowohl Anbieter als auch Abnehmer erwarten aber Aufschläge im April. 

Der März war unter Hülsenkartonherstellern in Italien vor allem von Diskussionen und Überlegungen geprägt, wann und um wie viel die Verkaufspreise im April erhöht werden sollten. Bereits im letzten Jahr hatten Hersteller über hohe Kosten in vielen Bereichen geklagt, zum Beispiel für Chemikalien, Transporte oder Personal. Doch die schwache Nachfrage erlaubte keine Aufschläge, sondern führte im Gegenteil zu Preissenkungen. Der Anstieg der Energiepreise seit Beginn des Irankriegs hat den Druck zu Preiserhöhungen nun deutlich verstärkt. 

Alle befragten Hersteller in Italien äußerten gegenüber EUWID Pläne, die Hülsenkartonpreise anzuheben. Wegen der Volatilität der Energiepreise warteten sie so lange wie möglich ab, bevor sie sich mit Forderungen an ihre Kunden wandten. Diese lagen in der vorletzten Märzwoche zwischen 50 und 100 €/t für Bestellungen ab 1. April. Für einige Anbieter waren diese Beträge aber nicht in Stein gemeißelt. Sie behielten sich Änderungen vor, sollten die Energiepreise weiter steigen. 

Es hatte auch Versuche gegeben, bereits im März Aufschläge durchzusetzen. Für bereits abgeschlossenen Bestellungen erwies sich dies aber als unmöglich. Mancher Hülsenkartonhersteller konnte für neue Aufträge im Laufe des Monats erste Erhöhungen durchsetzen. Doch die meisten Bestellungen werden Anfang des Monats abgeschlossen, sodass dies nur wenige Mengen betraf. Im Allgemeinen planen die Hersteller, die Aufschläge ab April nicht als Energieaufschlag zu bezeichnen, sondern sie in die Verkaufspreise einfließen zu lassen. Sie argumentieren, dass nicht nur Energie, sondern viele andere Posten ebenfalls teurer geworden seien.

Höhere Preise im April erwartet

Anbieter wie Abnehmer rechneten damit, dass eine Preiserhöhung auch tatsächlich kommen wird. Wann und in welcher Höhe sie umgesetzt wird, war jedoch noch offen. Die Hersteller verliehen ihrer Entschlossenheit Ausdruck, indem sie sagten, dass sie ohne eine Preisanhebung die Produktion abstellen müssten. Die Kosten für die Produktion seien bereits um 50 € pro produzierte Tonne angestiegen, sagte einer von ihnen. Andere nannten auch höhere Beträge. 

Im ersten Quartal 2026 waren die Hülsenkartonpreise hingegen stabil. Die Branche kam aus einer Phase, die von Preissenkungen geprägt war. Im vierten Quartal 2025 waren die Preise noch gefallen. Im neuen Jahr habe der Abwärtsdruck auf die Preise aber nachgelassen, erklärten mehrere Marktteilnehmer. Die Abnehmer bestätigten, sie hätten kein Interesse daran, die Preise immer weiter zu senken. „Wir brauchen Preisstabilität“, sagte einer von ihnen. Sonst gefährde man auch die Hülsenpreise. Spätestens mit Beginn des Irankriegs kamen Preissenkungen ohnehin nicht mehr in Betracht.

Die Preise für Hülsenkarton mit einer Spaltfestigkeit von 300 J/m² und einem Volumen von bis zu 1.5 cbm/g lagen in Italien im ersten Quartal 2026 somit in einer Spanne zwischen 520 und 540 €/t ab Werk. 

Die Nachfragesituation im ersten Quartal beschrieben Hülsenkartonhersteller als relativ unverändert. Man hat sich an ein recht niedriges Niveau gewöhnt. Ein paar Produzenten zeigten sich aber auch nicht unzufrieden mit der Nachfrage. Im Dezember und Januar stand eine Fabrik mehrere Wochen wegen Modernisierungsarbeiten still, sodass das Angebot etwas geringer war. Ansonsten habe es wenige Abstellungen gegeben, hieß es. Ein paar Hersteller sagten, die Schließung der Hülsenkartonfabrik von Julius Schulte in Deutschland habe ein paar Mengen freigegeben. Im März stellten manche Anbieter fest, dass hier und da etwas mehr Hülsenkarton bestellt wurde und vermuteten, dass dies in Erwartung höherer Preise im April geschah. Das sei aber nur ein temporärer Effekt. 

Wer viel im Export tätig ist – und das gilt auch für Hülsenhersteller – sah sich seit Kriegsausbruch mit dem Problem höherer Frachtraten konfrontiert. Teilweise seien die Kosten für Exporte bereits gestiegen und die Margen geschrumpft, sagte ein Hülsenhersteller. Ein Hülsenkartonhersteller berichtete außerdem von vereinzelten gestrichenen Routen. 

Hülsenpreise in Q1 stabil, Hersteller beobachten Rohstoffpreise

Einige Hülsenhersteller zeigten sich nicht sehr zufrieden mit ihrer Auftragslage im ersten Quartal. Verglichen mit dem Vorjahr sei der Absatz um 15 % gesunken, aber auch verglichen mit dem vierten Quartal habe sich die Situation noch etwas verschlechtert, sagte einer von ihnen. Andere beschrieben die Nachfrage als relativ stabil. Ein Player sagte, er habe die fehlende Nachfrage im Land durch Exporte außerhalb Europas ausgleichen können.

Die Hülsenpreise blieben im ersten Quartal stabil. Wenn die Preise für Hülsenkarton im zweiten Quartal steigen, wollen beziehungsweise müssen die Hülsenhersteller ebenfalls nachziehen und planen entsprechende Preiserhöhungsankündigungen. 

Normalerweise sei es aber schwer, die höheren Rohstoffkosten direkt an die Kunden weiterzugeben; meist geschehe dies mit einem zeitlichen Abstand, erklärten sie. Viele rechnen daher damit, im April noch keine Erhöhung durchsetzen zu können....

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