Pressepapier-Hersteller in Großbritannien bereiten Verhandlungen für das vierte Quartal vor

Großbritannien: Marktbericht für Pressepapiere

Im Markt für Pressepapiere in Großbritannien zeigten sich im August im Vergleich zum Vormonat wenig Änderungen. Die für das dritte Quartal oder das ganze zweite Halbjahr vereinbarten Preise gelten weiter. Zeitungsdruckpapier wurde um bis zu 40 £/t teurer im Vergleich zum zweiten Jahresviertel, während die Preise für SC und LWC oft unverändert blieben.

Letzteres könnte sich jedoch im vierten Quartal ändern, wenn die Preise wieder zur Disposition stehen. Es deutet sich an, dass die Produzenten bei SC und LWC nachziehen wollen und hier gleichfalls einen Preisaufschlag erheben.

Ein erster Hersteller soll an seine Kunden herangetreten sein mit der Forderung, rund 25 £ pro Tonne mehr für LWC zu zahlen, bei SC- und Zeitungsdruckpapier wird von Preisforderungen von rund 35 £ gesprochen.

Weitere konkrete Forderungen waren bis zuletzt noch nicht bekannt, die meisten richtigen Verhandlungen werden erst im Laufe des Septembers erwartet. Es gibt auch auf Seiten der Hersteller Aussagen, dass die Preise im vierten Quartal wohl unverändert bleiben. Andere sehen eher eine Tendenz zu Versuchen der Hersteller, die Preise anzuheben.

Inwiefern sich momentan überhaupt höhere Preise am Markt durchsetzen lassen, wird sich im September dann entscheiden. Die Notwendigkeit höherer Preise begründen die Papierproduzenten mit hohen Produktionskosten, vor allem für Fasern.

Doch die Nachfrage bleibt in Großbritannien wie in ganz Europa schwach und folgt weiter dem langfristigen Trend des strukturellen Rückgangs. Mancher Papierhersteller wird in Großbritannien seine Marktanteile geändert haben im Zuge des starken Kapazitätsabbaus in den vergangenen Jahren, doch insgesamt betrachtet schrumpft der Bedarf an Pressepapieren.

Als Symbol für die Marktentwicklung kann die jüngste Ankündigung der Londoner Gratis-Zeitung Evening Standard betrachtet werden, die gedruckte Ausgabe der Zeitung einzustellen. Die Druckauflagen des Blatts waren von etwa 600.000 vor Corona bis auf jüngst unter 300.000 gefallen.

Als noch schwieriger als die anderen Sorten gilt momentan der Markt für LWC, wo es in Europa die meisten Überkapazitäten bei den Pressepapieren gibt.

Der August sei überdies immer ein etwas schwieriger Monat, erklären Papierhersteller als Kommentar zur derzeitigen Papiernachfrage.

Der Abstand der Preise für Zeitungsdruckpapier in Großbritannien und den kontinentaleuropäischen Märkten hat sich nach der relativ starken Preiserhöhung verringert, die Preise auf der Insel liegen jetzt nur noch geringfügig darunter.

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