
Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) hatte gemeinsam mit dem BDZV und dem Verband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) am 1. Juni zu einem runden Tisch geladen. Das Thema war die Selbstverpflichtungserklärung der Zeitungsdruckbranche, ab 1. Januar 2029 Zeitungen nur noch mit mineralölfreien Druckfarben zu drucken.
Diese freiwillige Selbstverpflichtung wurde laut Verband in einer Phase von im Vergleich zu heute wirtschaftlich unbeschwerteren Zeiten abgegeben. Nun haben sich verschiedene Interessen in den Verlagen herausgebildet, beeinflusst von unklarer zukünftiger Entwicklung, drohendem Regierungshandeln und finanziellem Druck.
Vor diesem Hintergrund formulierte der BVDM bezüglich eines Rahmens für den Einsatz mineralölfreier Druckfarben drei Handlungsoptionen: Der ersten liege eine Altpapierverordnung im Stil der Verpackungsverordnung zugrunde. So sehen es Planungen des Bundesumweltministeriums vor. Damit kämen auf die Branche zusätzliche Kosten von hochgerechnet ca. zwölf Mio. € im Jahr zu, so der Verband. Die zweite sieht eine Regelung über eine Mineralölverordnung vor, die der in Frankreich bestehenden ähnlich sei; diese gelte bisher allerdings ohne Rechtsfolgen bei Verstößen. Die dritte Handlungsoption sei eine wirksame Selbstverpflichtungserklärung der Wirtschaft, wie sie schon einmal Mitte der 90er Jahre erfolgreich zur Verhinderung der Altpapierrücknahmeverordnung abgegeben wurde. Sie war seinerzeit gleichsam das Gründungsmoment der AGRAPA, so der Verband.
Verband fordert mehr Nutzung mineralölfreier Farben
Der BVDM führt aus, dass deutlich mehr Druckereien als bisher auf mineralölfreie Farben im Zeitungsdruck umstellen müssten, auch wenn sich die Branche derzeit noch mit Blick auf das sogenannte Basisjahr 2020 für das zurückliegende Jahr 2025 im Zielkorridor sehe. Frühere technische Herausforderungen seien weitgehend überwunden. Allerdings hätten Verlage aktuell andere Prioritäten wie etwa die Zustellung von Zeitungen. So scheinen die Unternehmen den Kostendruck, der durch den Einsatz kostspieligerer mineralölfreier Farben entstehe, auf den letzten (rechtlich) möglichen Moment verschieben zu wollen. Die Verbände wiederum sehen sich gegenüber der Politik im Wort, heißt es in einem Statement.
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