Sappi Europe stellt sich in Gratkorn breiter auf und investiert in die Reduzierung der Emissionen

Der globale Papierkonzern Sappi macht sich fit für die Zukunft. Zum einen strebt Sappi Europe eine Festigung seiner Position als wesentlicher Player von gestrichenen Feinpapieren an, zum andern muss sich der europäische Ableger des südafrikanischen Konzerns angesichts schrumpfender Märkte bei den grafischen Papieren breiter aufstellen.

Sappi Europe hat vor diesem Hintergrund die zweite Phase eines dreistufigen Modernisierungsprojekts in seinem Werk im österreichischen Gratkorn abgeschlossen. Ziel des Modernisierungsprojekts ist es, den Übergang zur Industrie 4.0 zu erleichtern. Es soll sichergestellt werden, dass das Risiko von Maschinenausfällen auf ein absolutes Minimum reduziert wird, wodurch eine nachhaltige Produktion des Magno-Papiersortiments gewährleistet werden soll.

Mehr und auch nassfeste Etikettenpapiere aus Gratkorn

Künftig sollen im Werk Gratkorn mehr Etikettenpapiere produziert und darüber hinaus neben nicht-nassfesten Papieren auch nassfeste hergestellt werden. Aktuell laufen noch die letzten Qualifizierungsmaßnahmen, das Ende der Maßnahmen ist für den September 2024 vorgesehen. Längere Produktionsausfälle während der Umstellung habe es nicht gegeben, Abstellmaßnahmen seien meist nur tageweise erfolgt, heißt es. Geplant ist eine Verdoppelung des bisherigen Produktionsvolumens auf 180.000 jato Etikettenpapier. Die neuen nass- und laugenfesten Etikettenpapiere werden bereits seit dem Frühjahr im Markt angeboten. Sie werden in Grammaturen von 65-80 g/qm produziert.

Am Standort Gratkorn wurde aber auch in Nachhaltigkeit und Klimaschutz investiert. Von 2018 bis 2020 sind zwei Investitionen in die Erneuerung der Wasserturbinen getätigt worden. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft habe dadurch um fast 10 % erhöht werden können. Im Rahmen der vollständigen Modernisierung sei im Jahr 2022 überdies der Kohlekessel durch einen Multibrennstoff-Kessel ersetzt worden, sodass die CO2-Emissionen Sappi zufolge um mehr als 30 % gesenkt und die Staub- und Stickoxidemissionen (NOx) erheblich reduziert werden konnten.

Im Jahr 2020 hat Sappi Europe einen eigenen Dekarbonisierungsplan veröffentlicht, in dem fast 80 Projekte vorgestellt wurden, die Sappi bis 2025 durchführen will. Im Vordergrund standen dabei Investitionen in die Energie-Effizienz, der Wechsel der Energiequellen sowie grüner Strom. Hauptziel der Dekarbonisierungs-Roadmap sei es, die Emissionen bestimmter Treibhausgase (Scope 1 und 2) bis 2025 gegenüber 2019 um 25 % zu reduzieren (bis 2030 um 41,5 %) und den Anteil erneuerbarer Energien in Europa auf 50 % zu erhöhen.

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